Unser 23. Einsatz vom 6. bis 11. Dezember 2025

Zum Jahresende reiste unser operativer Projektleiter Ueli Schleuniger nach Kurdistan, um sich ein Bild über unsere laufenden Projekte zu verschaffen und mit unserem Partner vor Ort, die Barzani Charity Foundation (BCF), die Zusammenarbeit im Jahr 2026 zu besprechen. Hier sein Bericht:

Geflüchtete in Kurdistan/Nordirak
Zurzeit befinden sich in Kurdistan immer noch rund 943‘000 Menschen auf der Flucht: In 27 Camps sind 191‘400 Personen untergebracht, in den Dörfer und Städten haben 752‘000 Personen Zuflucht gesucht, die auf Unterstützung angewiesen sind. Bei einer Wohnbevölkerung von 6,6 Millionen sind ca. 15% heimatlos.

Besuch der Binnenflüchtlingscamps um Erbil
Ich habe alle 6 Binnenflüchtlingscamps in der Nähe von Erbil besucht. Die Lage in den Camps ist desaströs. Durch systematische Reduktion der Versorgung (Lebensmittel, Wasser, Strom, medizinische Betreuung) und durch finanzielle Anreize („Ausreisezahlung“: $ 3‘000.-) werden die Camp-Bewohner animiert, die Camps zu verlassen. Die verlassenen Behausungen zerfallen. Die von uns gelieferten Schulcontainer werden immer noch verwendet.
Die von uns seit 2019 betriebene Ambulanz wird immer noch verwendet und rettet Leben. Der Einsatz der Ambulanz ist unverzichtbar, da alle Ambulatorien in den Camps aus Kostengründen geschlossen wurden; Kranke und Verletzte werden ins Spital nach Erbil überführt.
Leidtragende sind vor allem die Kinder und Jugendliche: Kinder betrachten die Umstände als Abenteuer, Jugendliche im fortgeschrittenen Alter blicken hoffnungslos in die Zukunft.

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Basirma

Basirma
Die Bewohner von Basirma sind syrische Geflüchtete. Aus heutiger Sicht werden sie Camp nicht mehr verlassen, da sie in ihrem Heimatland Repressionen befürchten müssen.

Im Jahr 2017 haben wir den Bau von 4 Gewächshäusern ermöglicht. Im vergangenen Jahr konnten wir die Abdeckungen der 4 Gewächshäuser ersetzt. Das Gewächshäuser-Projekt ist ein durchschlagender Erfolg. Es werden 3 bis 4 Ernten pro Jahr eingefahren. Ein Bauer erzählt stolz, dass er alle 2 Tage ca. 30 Kilogramm Gurken ernten und verkaufen kann. Die 4 Bauern sind mit grosser Leidenschaft bei der Arbeit und pflegen das angebaute Gemüse mit grosser Hingabe. Das geerntete Gemüse wird entweder im Camp oder in der nahe gelegenen Ortschaft Basma verkauft. Die 4 Bauern erzielen damit ein Einkommen und haben einen gewissen Grad an Selbstständigkeit und Selbstachtung erlangt.

In Basirma haben wir 2 Schneiderei eingerichtet. Die Schneiderinnen freuen sich immer wieder über einen Besuch und sind dankbar für die Einrichtungsgegenstände. Sie schneidern Kleider im Auftrag der Camp-Bewohner und nehmen Änderungen an Kleidern vor. Die Dankbarkeit ist sehr gross.

Die 50 Behausungen, die wir als Ersatz von Zelten und Unterkünften in schlechtem Zustand gebaut haben machen, einen sehr guten Eindruck. Die Bewohner haben die Behausungen verbessert und haben jetzt ein neues und gepflegtes Heim, das ein würdevolles Leben ermöglicht.

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Herz Operationen an Säuglingen
Dank grosszügigen Spenden konnten wir Operationen an Säuglingen und Kleinkinder ermöglichen, die an einer seltenen angeborenen Herzerkrankung leiden. Total wurden 21 Operationen durchgeführt. Operiert werden Säuglinge und Kleinkinder aus armen Verhältnissen, die in den Camps wohnen Je nach Spendeneingang werden wir im Jahr 2026 weitere Operationen durchführen lassen.

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Empfang vom Baba Scheich
Eher zufällig wurde ich von Baba Scheich, dem sog. jezidischen Papst empfangen, ein Mann mit ruhiger Ausstrahlung. Was als kurzer Besuch gedacht war, dauerte rund 4 Stunden: Gespräche in der Empfangshalle, Mittagessen im Stehen, Tee im Salon. Baba bedankte sich herzlich für die Hilfe, die wir für die Jesiden leisten. Er betonte mehrfach, dass das Leid, das am jezidischen Volk verübt wurde, in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird.

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