Humor gerade in schwierigen Zeiten

Mit viel Farbe, Freude und einer guten Portion Biss wurden am vergangenen Fasnachtssonntag die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher der katholischen Kirche Teufen überrascht. Wo sonst vertraute Gesichter in geordneten Reihen sitzen, blitzten plötzlich Perücken, Schminke und fantasievolle Kostüme auf. Das Kirchenvolk war sichtbar aufgelockert – und liess sich gern anstecken.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto «Humor gerade in schwierigen Zeiten». Und diese Zeiten sind alles andere als harmlos. Verunsicherung, politische Spannungen und gesellschaftliche Gräben prägen die Schlagzeilen. Umso bewusster setzte die Feier ein Zeichen: Hoffnung ist kein naiver Luxus, sondern eine Haltung. Christinnen und Christen vertrauen darauf, dass Menschen nicht tiefer fallen können als in die Hände Gottes.

Diakon Staub griff diesen Gedanken in seiner bissigen Büttenpredigt auf. Mit Charme und spürbarer Lust am pointierten Wort nahm er aktuelle Ereignisse aus Politik und öffentlichem Leben aufs Korn. Er stellte unbequeme Fragen: Wie glaubwürdig ist politische Macht, die sich selbst genügt? Und was heisst christliches Leben in einer Welt, die oft lauter schreit, aver wenig denkt? Das Lachen im Kirchenschiff war entlarvend.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Tüüfner Südwörscht, der Teufner Guggenmusik und ihren schönen und schrägen Klängen sowie von Clownin Petunia und ihren spontanen und überraschenden Einlagen.

Am Ende blieb mehr als ein buntes Bild. Es war ein warmer Gottesdienst – im Herzen wie im Raum. Und vielleicht auch eine Erinnerung daran, dass Humor eine eigne Widerstandskraft sein kann: Wer noch lachen kann, hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.